Wir kommen aus dem Sommer mit Tagen voller Wärme, Sonne, Lebendigkeit und Fülle. Jetzt gehen wir auf die stillen Monate des Jahres zu: Die Tage werden kürzer, dunkler und kälter, die Natur zieht sich zurück, um neue Kraft zu sammeln für das Frühjahr . Der November kommt mit den stillen Feiertagen – Volkstrauertag, Ewigkeitssonntag. Manchem graut es vor dieser Jahreszeit, andere freuen sich auf Kerzenschein, Tee und gemütliche Stunden auf dem Sofa.
Stille – gibt es das überhaupt?
Sind nicht ständig Geräusche und Stimmen um uns herum? Und selbst an einem ruhigen Ort bleiben die Stimmen in unserem Kopf.
Es ist schwer, der Hektik des Alltags und der ständigen Nachrichtenflut zu entkommen. Oder der Angst, etwas zu verpassen, wenn wir nicht permanent „online“ sind (FOMO – fear of missing out). Dabei würde in der Stille so viel Kraft liegen …
„Fürchtet euch nicht, stehet fest und sehet zu, was für ein Heil der Herr heute an euch tun wird. Der Herr wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein!“ (2. Mose 14, 13f)
Die Israeliten befanden sich in einer ausweglosen Situation: Hinter ihnen das Heer der Ägypter, vor ihnen das wütende Meer. Man kann ihre aufgeregte Verzagtheit und das aufgebrachte Murren verstehen.
Immer wieder geraten Menschen, gerade Menschen, die auf Gottes Wegen unterwegs sind, in solche Situationen.
Es gibt kein Zurück und keinen Weg nach vorn. Was bleibt? Mose sagt: „Fürchtet euch nicht, stehet fest und seht auf das, was Gott für euch tut, wenn ihr stillhaltet!“
Das ist ein schwerer und guter Rat. Andere Stimmen melden sich: Die Verzweiflung flüstert: „Gib auf!“ Die Hektik ruft: „Raff dich auf, bleib nicht stehen, kämpfe und eile weiter!“ Und der Hochmut lockt: „Geh einfach in das Meer hinein, Gott wird schon ein Wunder tun!“
Aber der Glaube hört nicht auf Verzweiflung und Hektik, auf Dünkel und Anmaßung. Er vertraut der Weisung Gottes: „Stehet fest, steht still, wartet!“ Aufrecht und fest, aber wartend und still stehen wir in den größten Schwierigkeiten, um Gottes Handeln und seine Lösung zu erkennen. Und dann heißt es bald: „Zieht weiter, und ich will meine Herrlichkeit erweisen!“
(Axel Kühner, Hoffen wir das Beste)
Welches Heer jagt gerade hinter dir her? Welche Sorgen und Ängste liegen wie ein tosendes Meer vor dir? Gott lädt dich ein, bei ihm stille zu halten und auf seine Kraft und sein Handeln zu vertrauen. Ein heilsames Nichtstun – in dem wir Gott erfahren.


